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Strom · Energielabel

Kühlschrank Stromverbrauch: was das Gerät im Jahr wirklich kostet

Ein Kühlgerät läuft rund um die Uhr, zehn bis fünfzehn Jahre lang. Der Stromverbrauch entscheidet deshalb über einen erheblichen Teil der Gesamtkosten. Wir erklären das Energielabel von A bis G, rechnen kWh/Jahr in Euro um und zeigen, ab wann sich der Tausch eines alten Geräts rechnet.

✍️ Redaktion Kuehlschraenke Ratgeber ⏱ Lesezeit: 5 Min
Strommessgerät zwischen Steckdose und dem Netzstecker eines Kühlschranks in einer Küche

📌 Das Wichtigste in Kürze

  • Die Skala für Kühlgeräte läuft seit März 2021 von A bis G. Die alten Klassen A+, A++ und A+++ gibt es nicht mehr.
  • Der Rechenweg ist einfach: kWh/Jahr × Strompreis = Stromkosten pro Jahr.
  • Die Klasse ist auf den Nutzinhalt bezogen. Ein großes Gerät mit guter Klasse kann mehr verbrauchen als ein kleines mit schlechter.
  • Im Alltag zählen Aufstellort, Belüftung, Türdichtung und Temperatureinstellung mit – ein Eispanzer im Gefrierteil kostet dauerhaft Strom.
  • Ob sich der Tausch lohnt, entscheidet die Differenz beider Verbrauchswerte, nicht das Alter des Geräts.

Energieeffizienzklasse beim Kühlschrank: was A bis G bedeutet

Seit dem 1. März 2021 tragen Kühlgeräte ein neues EU-Energielabel. Die Skala reicht von A bis G, und sie wurde bewusst streng angelegt: Die oberen Klassen sind zunächst kaum besetzt, damit künftige Verbesserungen noch Platz haben. Ein Gerät mit Klasse C ist deshalb kein schlechtes Gerät – es ist ein durchschnittliches nach der neuen Skala.

Auf dem Label stehen neben der Klasse vier Angaben, die sich vergleichen lassen: der Energieverbrauch in kWh/Jahr, der Nutzinhalt von Kühl- und Gefrierteil in Liter, die Geräuschemission in dB(A) samt Geräuschklasse und ein QR-Code, der zum Eintrag in der europäischen Produktdatenbank führt.

Wichtig ist der Bezug: Die Klasse setzt den Verbrauch ins Verhältnis zum Nutzinhalt. Ein Side-by-Side-Kühlschrank mit 544 Liter und Klasse C verbraucht mehr Strom als ein Einbaukühlschrank mit 129 Liter und Klasse E – die Klasse sagt nur, wie sparsam das Gerät für seine Größe ist. Wer Kosten vergleichen will, vergleicht kWh/Jahr, nicht Buchstaben.

Kühlschrank Stromkosten pro Jahr: der Rechenweg

Die Rechnung braucht zwei Zahlen: den Verbrauch in kWh/Jahr vom Energielabel und Ihren Strompreis in Cent je Kilowattstunde. In den folgenden Beispielen rechnen wir mit 40 Cent je Kilowattstunde – setzen Sie Ihren eigenen Tarif ein, die Größenordnung verschiebt sich entsprechend.

Verbrauch laut LabelKosten pro JahrKosten in 10 JahrenGerät in diesem Vergleich
92 kWh/Jahrrund 37 Eurorund 370 EuroExquisit EKS5131, Einbaukühlschrank ohne Gefrierfach
195 kWh/Jahrrund 78 Eurorund 780 EuroBomann KG 320.2, Kühl-Gefrier-Kombination

Die Zahlen zeigen, worum es geht: Zwischen diesen beiden Geräten liegen über zehn Jahre schon rund 410 Euro Unterschied bei den Stromkosten – oft mehr, als der Aufpreis für das sparsamere Gerät ausmacht. Für die übrigen neun Geräte fehlt der bezifferte kWh-Wert; siehe dazu den Hinweis direkt unter der Tabelle.

Ein Hinweis in eigener Sache: Von den 11 Geräten in unserem Vergleich nennen nur zwei einen bezifferten kWh/Jahr-Wert im Datenblatt. Die Energieeffizienzklasse liegt dagegen für jedes Gerät vor. Wo der Verbrauchswert fehlt, schätzen wir ihn nicht – wir benennen die Lücke.

Was den Verbrauch im Alltag verschiebt

Der Wert auf dem Label entsteht unter genormten Bedingungen. Im Haushalt kommen vier Faktoren dazu, die niemand auf dem Label sieht:

  • Aufstellort. Direkt neben Herd, Backofen oder Spülmaschine sowie in der Sonne arbeitet der Kompressor gegen zusätzliche Wärme an.
  • Belüftung. Die Wärme muss hinten abziehen können. Ein zugestellter Lüftungsspalt ist der häufigste vermeidbare Mehrverbrauch – die Maße stehen im Ratgeber Maße und Aufstellung.
  • Temperatureinstellung. 7 °C im Kühlteil genügen für die meisten Lebensmittel; jedes Grad kälter kostet Strom. Im Gefrierteil sind −18 °C der Richtwert, kälter bringt nichts.
  • Eisschicht und Türdichtung. Eis im Gefrierfach wirkt wie eine Dämmung an der falschen Stelle, eine poröse Dichtung lässt dauerhaft warme Luft ein. Beides erklärt der Ratgeber Kühltechnik.

Lohnt der Tausch eines alten Kühlschranks?

Diese Frage lässt sich rechnen statt schätzen, und zwar in vier Schritten:

  1. Verbrauch des alten Geräts messen. Ein Strommessgerät zwischen Steckdose und Kühlschrank, 24 Stunden laufen lassen, den Wert mit 365 multiplizieren. Das ist genauer als jede Altersfaustregel.
  2. Verbrauch des neuen Geräts ablesen. Der kWh/Jahr-Wert steht auf dem Energielabel.
  3. Differenz in Euro umrechnen. Ersparnis in kWh/Jahr × Strompreis = jährliche Ersparnis.
  4. Anschaffungspreis durch die jährliche Ersparnis teilen. Das Ergebnis ist die Zahl der Jahre, nach denen sich der Tausch trägt. Liegt sie deutlich unter der verbleibenden Lebensdauer des alten Geräts, spricht die Rechnung für den Wechsel.

Zwei Punkte gehören in dieselbe Rechnung: Ein altes Gerät, das als Zweitkühlschrank weiterläuft, spart gar nichts – es verdoppelt den Verbrauch. Und die Entsorgung ist geregelt: Elektrogroßgeräte nimmt der kommunale Wertstoffhof kostenfrei an, Händler ab einer bestimmten Verkaufsfläche sind zur Rücknahme verpflichtet.

Die besten Energieeffizienzklassen in unserem Vergleich

Bewertet nach dem Kriterium Energieeffizienz, das mit 30 % das schwerste in unserem Raster ist. Grundlage sind die Energieeffizienzklasse laut Energielabel und, wo vorhanden, der bezifferte Verbrauchswert – jeweils eingeordnet nach Bauart und Nutzinhalt. Das ist etwas anderes als der niedrigste absolute Verbrauch: Ein großes Gerät mit guter Klasse kann mehr kWh/Jahr verbrauchen als ein kleines mit schwächerer Klasse, siehe oben.

Produktfoto: Bosch KGN392LAG
STANDKÜHLSCHRANK · AB 5 PERSONEN

Bosch Serie 4 Freistehende Kühl-Gefrier-Kombination 203 x 60 cm KGN392LAG, NoFrost, XXL 363 l, 29 dB

TEILNOTE ENERGIEEFFIZIENZ 1,0

Geräumige Kühl-Gefrier-Kombination mit 363 Liter Nutzinhalt, Energieeffizienzklasse A und mit 29 dB(A) besonders leisem Betrieb.

Produktfoto: Hisense RS3P558NEIC
SIDE-BY-SIDE-KÜHLSCHRANK · AB 5 PERSONEN

Hisense RS3P558NEIC Side-by-Side, 544 L, No Frost, Energieklasse C, 91,1 × 178,6 × 61,5 cm

TEILNOTE ENERGIEEFFIZIENZ 1,4

Side-by-Side-Kühlschrank mit 544 Liter Nutzinhalt und Energieeffizienzklasse C – eine ausführliche Rezension berichtet von einem dauerhaft lauten Kompressor bei zwei gelieferten Geräten, die meisten anderen loben ihn als leise.

Produktfoto: Samsung RL38C600CSA/EG
STANDKÜHLSCHRANK · 3–4 PERSONEN

Samsung Kühl-Gefrier-Kombination, 203 cm, 390 l Gesamtvolumen, 114 l Gefrierteil, RL38C600CSA/EG

TEILNOTE ENERGIEEFFIZIENZ 1,5

Kombigerät mit 390 Liter Gesamtvolumen, größtes Gefrierteil (114 Liter) unter den freistehenden Kombigeräten hier, Energieeffizienzklasse C, 35 dB(A).

Produktfoto: Bomann VS 7258
STANDKÜHLSCHRANK · 1–2 PERSONEN

Bomann® Kühlschrank ohne Gefrierfach, Energieklasse C, 85 cm, 126 L, 35 dB, VS 7258 inox

TEILNOTE ENERGIEEFFIZIENZ 1,7

Kompakter Kühlschrank ohne Gefrierfach mit 126 Liter Nutzinhalt, leisem Betrieb und gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.

Häufige Fehler

  • Klassen verschiedener Gerätegrößen direkt vergleichen, statt kWh/Jahr gegeneinanderzustellen.
  • Nach A+ oder A++ suchen – diese Klassen gibt es für Kühlgeräte seit März 2021 nicht mehr.
  • Den Anschaffungspreis allein betrachten und die Stromkosten von zehn bis fünfzehn Jahren ausblenden.
  • Das alte Gerät zusätzlich im Keller weiterlaufen lassen und die Ersparnis damit aufheben.

Fazit

Der Stromverbrauch ist die einzige Kaufentscheidung, die nach dem Kauf jeden Monat weiterläuft. Wer kWh/Jahr in Euro umrechnet, sieht schnell, welcher Aufpreis sich trägt und welcher nicht. Welche Geräte in unserem Vergleich wie abschneiden, zeigt der Kühlschrank-Vergleich; wie groß das Gerät überhaupt sein muss, klärt der Ratgeber Größe und Nutzinhalt. Kurze Antworten zu Label und Kosten stehen in den häufigen Fragen.